Meine HiFi Anlage & Gedanken zur Messtechnik und Mikrofonie

Back to Basics:

 

Momentan höre ich mit einem Ayon-S3 Streamer / Vorverstärker, einer Graaf 5050 Röhrenendstufe und ME Geithain ME100 mit zwei Meter Basisabstand. Als Grundprinzip versuche ich in jedem Teil der Wiedergabekette inklusive des Hörraums ungefähr 85 % des Möglichen zu erreichen.

 

Die Acourate "Raumkorrektur" und der Streamer von Abacus mussten wieder gehen. Eine in meinem Raum vorhandene Pegelüberhöhung im Bereich von 60 Hz wird durch zwei Membranabsorber und einer leichten Bedämpfung des Bassreflexrohrs ausreichend gut linearisiert.

 

Alte Tesla E88CC in der Graaf Endstufe machen den Hochtonbereich der Lautsprecher luftiger und weniger harsch.

Mit Frequenzgangmessungen kann ich zwar keinen Unterschied feststellen, zu hören ist er jedoch eindeutig. Dies ist einmal wieder ein Beleg dafür, dass am Ende immer das Ohr entscheiden sollte. Grobe, eindeutige Unzulänglichkeiten lassen sich mit Hilfe der Messtechnik heute gut herausgefunden und beheben. In 50 Jahren wird man aber sicherlich viel mehr Mess- / Bewertungsparameter gefunden haben und diese in die Kategorie "extrem wichtig" einordnen. Möglicherweise schneiden dann auch "schönfärbende" Röhrenverstärker im Vergleich zu ihren Transistorkollegen wieder besser ab. Geht man nur nach den Messergebnissen mit Acourate "Raumkorrektur", so müsste diese Lösung eigentlich - nach den heute bekannten Maßstäben - besser klingen; theoretisch. Meine Ohren sagen mir leider etwas anderes - als Messtechniker muss man akzeptieren, nur einen Ausschnitt der Wahrheit beleuchten / messen zu können.

 

Die Aufstellung der Geräte an der Raumseite - in einem Bereich mit relativ niedriger Bassanregung - brachte einen großen Sprung in der Wiedergabequalität; trotz jetzt sehr langer Lautsprecherkabel. Zudem wurden die Geräte "geknetet" mit Knetmasse aus dem Automobilbau und Blu-Tack. Es ist wirklich unglaublich was - selbst bei hochwertiger Elektronik - die Mikrofonie für negative Auswirkungen hervorruft. Die 15 € für die Knete und einige Stunden Zeit zu investieren ist mehr als empfehlenswert. Mit HiFi Voodoo oder einer schlechten Gerätekonstruktion hat das übrigendes nichts zu tun, es ist einfach physikalisch zu begründen. Wahrscheinlich lassen sich entsprechend behandelte Geräte - aufgrund des unprofessionell aussehenden Innenlebens - nur schlechter verkaufen. Solange die Kondensatoren mit Umsicht behandelt werden und Widerstände unbehandelt bleiben, schätze ich das Risiko von Temperaturproblemen als sehr gering ein. Möglicherweise sind Mikrofonieeffekte der elektronischen Bauteile sogar die Ursache weshalb mich aktive Lautsprecher klanglich bislang nicht vollständig überzeugen konnten.