Mein Hörraum

Nachdem ich bereits meine Anlage beschrieben habe, möchte ich hier meinen Hörraum und dessen Raumakustik vorstellen.

Die Ausgangslage:

5,6 x 3,8 m Grundfläche und von 3,2 auf 3,7 m ansteigende Raumhöhe. Ein separater Raum steht mir nicht zur Verfügung, der Raum ist gleichzeitig das Schlafzimmer. Die Maßnahmen mussten also auch meiner Frau optisch gefallen bzw. "wohnraumtauglich" sein. Die Lautsprecher stehen an der langen Raumseite mit einem Wandabstand von 5 cm. Der Hörplatz befindet sich auf dem Bett, mittig der Raumbreite und mit ca. 1,5 m Abstand zur Rückwand. Zum Musikhören verwende ich temporär eine Rückenlehne. Der Raum ist relativ symmetrisch eingerichtet.

Problematisch war ein unruhiger Bassverlauf mit einer deutlichen Pegelüberhöhung bei 61 Hz (zweite Quermode), stärkere Reflexionen von der Decke & Rückwand und eine bereits kurze durchschnittliche Nachhallzeit von 0,32 s mit einer deutlichen Senke im Grundtonbereich aufgrund der vorhandenen Trockenbauwände. Das Wasserfalldiagram im Ausgangszustand:

Raumakustikmaßnahmen:

Die Trockenbauwände sind mit Blähtonschüttung bedämpft worden, um eine Senke der Nachhallzeiten im Bereich 80 bis 300 Hz etwas aufzufüllen. Im Frontbereich steht eine Kombination aus sieben Step-Diffusoren auf zwei Membranabsorbern Typ3_s. Die beiden Absorber sind auf 61 Hz abgestimmt. An den Reflexionspunkten der Seitenwände verwende ich ebenfalls Step-Diffusoren, an der Rückwand QRD Typ1 die ich dort nur beim Musikhören platziere. Die Deckenreflexionen werden mit einem Reflektor auf die rückseitigen QRD umgelenkt. Im oberen Raumbereich befinden sich zusätzliche Diffusoren zur Vermeidung von Flatterechos.

Die einzigen Absorber sind die Wände, Vorhänge, das Bett und die seitlichen, teilweise offenen Regalflächen.

Ergebnisse:

Der Bassverlauf ist ziemlich gleichmäßig. Es freut mich ohne elektronische Korrektur auskommen zu können. Die Nachhallzeit beträgt im Durchschnitt relativ gleichmäßige 0,34 s - hier versuche ich noch auf ca. 0,36 s zu kommen. Die Schallverteilung ist durch die vielen Diffusorflächen gut, das Reflexionsverhalten - mit Peaks im ETC kleiner minus 16 dB im Vergleich zum Direktschall - für einen Wohnraum ebenfalls. Als zukünftige Optimierungen stehen noch aus: Bedämpfung der Fensterflächen wo möglich, Bedämpfung des großen Heizkörpers und zusätzliche Bedämpfung der teilweise noch mitschwingenden Trockenbauwände / Decke - was nicht einfach umzusetzen ist.

Das Wasserfalldiagram sieht heute so aus:

Die Frequenzgänge am Hörplatz vor und nach der Optimierung:

Der erzielte Frequenzgang liegt ab 50 Hz innerhalb des +/- 3dB Korridors der Empfehlung der EBU tech3276 für Regieräume

 

Nachhallzeiten:

Reflexionsverhalten (ETC):

Abschließend noch ein Bild wie es im Frontbereich optisch aussieht: