Norddeutsche HiFi Tage 2020 & FinkTeam Kim

Meine Begeisterung für die FinkTeam Borg Lautsprecher hatte ich ja schon vor längerer Zeit hier kundgetan. Wenn man sich die überragenden Testergebnisse bei diversen Hifizeitschriften in den letzten Monaten ansieht, können meine Ohren wohl auch nicht so falsch gelegen haben. Solche Kritiken muss man ja normalerweise ja zwischen den Zeilen lesen, aber hier fallen die Ergebnisse  eindeutig aus. So neutral und absolut verzerrungsarm, dass sie einem Toningenieur mehr als genügen würden, gleichzeitig jedoch nie anstrengend und wunderbar natürlich / harmonisch. Die HiFi-Redakteure umschreiben es viel besser als ich.

 

Um so gespannter war ich nach den ersten Bildern auf die neuen Kim, die von der Größe deutlich besser zu meinen kleinen Hörraum passen würde. Die Kim wurde auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2020 das erste mal öffentlich präsentiert - 20 cm Tiefmitteltöner und wieder ein AMT Hochtöner. Höreindrücke sind natürlich auch immer abhängig von der eigenen Tagesform, aber konnte es tatsächlich sein, dass die Neuen sogar noch mehr "auf den Punkt" bzw. "zeitrichtiger" klingen als die Borg? Einfach unglaublich gut - ich war platt.

Karl-Heinz Fink erzählte mir, dass sie jetzt bereits auf digitaler Seite eine Phasenkorrektur der Lautsprecher durchführen. Vom Ingenieursgedanken genau der richtige Ansatz. Man fragt sich warum vorher da noch keiner drauf gekommen ist. Eine Korrektur auf analoger Seite bzw. in der Frequenzweiche ist sehr aufwändig und qualitativ dagegen nur die zweite Wahl. Wird die Gruppenlaufzeit / der Phasenverlauf im Hörraum gemessen, so vermischt sich diese immer mit den Raumeinflüssen. Damit kann dann immer nur ein "Mischmasch" aus beiden Einflüssen digital korrigiert werden, oftmals mit eher mittelmäßigem Erfolg. 


Was mir die Herangehensweise des FinkTeams so sympatisch macht, ist nichts als endgültig bzw. absolute "Wahrheit" anzusehen, sondern alles mit den heutigen technischen Möglichkeiten immer wieder neu zu hinterfragen und kontinuierlich zu verbessern. Ich gehe jede Wette ein, dass die HiFi-Redakteure von der Kim ebenfalls "geplättet" sein werden und kenne jetzt die Nachfolger meiner Geithain Lautsprecher.

Richtig gut gefallen haben mir auf den HiFi Tagen auch die Dynamikks Modell 12 von Ulf Moning. Im Vergleich zur Kim ein komplett anderer Ansatz und nicht völlig verfärbungsfrei, aber Spaß / Emotionen / "Körper" ohne Ende und die tolle Optik einer Altec Lansing. Dazu noch absolut bezahlbar. Leider litt der Raum unter den starken Einflüssen von Raummoden, der Bassbereich der Modell 12 war so (zumindest an meinem Platz) kaum zu beurteilen. Wahrscheinlich war der 12 Zoll Treiber auch einfach zu viel für den kleinen Raum. Zu vielen weiteren Vorführungen die ich auf meinem Rundgang gehört hatte schreibe ich lieber nichts. Ein paar wenige gute Sachen waren dabei, aber auch viel wo ich mir mehr von erhofft hatte und immer innerlich einen Schubs geben musste um nicht einzuschlafen.